Über Verbundenheit und Zugehörigkeit 

Es naht, wie alle Jahre wieder Weihnachten, das Fest der Liebe. Mit dem Wort Liebe verbinden die meisten von uns ein Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit. Dann fühlen wir uns einem anderen Menschen nahe. Dann fühlen wir uns gesehen und verstanden. Dann fühlen wir uns heil und ganz.
Über Verbundenheit und Zugehörigkeit

Es naht, wie alle Jahre wieder Weihnachten, das Fest der Liebe. Mit dem Wort Liebe verbinden die meisten von uns ein Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit. Dann fühlen wir uns einem anderen Menschen nahe. Dann fühlen wir uns gesehen und verstanden. Dann fühlen wir uns heil und ganz.

Dieses Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit erfahren wir idealerweise von Anbeginn unseres Lebens in unserem Elternhaus.

Bis weit ins anagraphische Erwachsenenalter erfahren wir eine materielle und emotionale Abhängigkeit von unseren Eltern. Und auch, wenn diese überwunden ist, treibt uns meist eine lebenslange Sehnsucht danach, von Ihnen gesehen und anerkannt zu werden. Und die Erfahrungen, die wir mit unseren Eltern gemacht haben, prägt meistens sehr intensiv unsere späteren Liebesbeziehungen. Ob wir sicher oder unsicher gebunden sind, ob wir uns öffnen und fallen lassen können, ob wir vertrauen oder misstrauen, hängt wesentlich davon ab, was wir in den prägenden Jahren in unserem Elternhaus erfahren haben.

Wenn wir dann selbst Eltern werden, geht diese große Verantwortung, unseren Kindern ein Gefühl von Sicherheit, Verbundenheit und Zugehörigkeit zu vermitteln, auf uns über und wir versuchen es entweder genauso wie unsere Eltern zu machen oder ganz anders. Wir imitieren sie oder lehnen sie ab, je nachdem welche Erfahrungen wir gemacht haben.

Ich verschenke dieses Jahr zu Weihnachten ein kostbares kleines Büchlein von Michael Bordt, Jesuit und Professor für Philosophie, Theologe und kluger Publizist. Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen. Vom Mut zum selbstbestimmten Leben. Er schreibt:

„Nur wer mit seinen Eltern seinen Frieden gefunden hat, kann ein innerlich freier Mensch werden. Denn solange ich mich den Wünschen und Erwartungen der Eltern anpasse oder gegen sie rebelliere, beziehe ich meine Entscheidung auf meine Eltern. Meine eigene Stimme habe ich dann noch nicht gefunden.“ 

Wir sind dann frei, wenn wir uns in dem, was wir fühlen, tun und denken, nicht mehr auf unsere Eltern beziehen müssen. Wir können sie so sein lassen, wie sie sind und wir können selbst so sein, wie wir sind.

Aus der Angst, die Eltern zu enttäuschen und vor dem Risiko, die Zuneigung und Liebe der Eltern zu verlieren, fragen sich viele von uns gar nicht erst, was sie selbst eigentlich von ihrem Leben wollen, und stellen sich zum Beispiel jetzt vor Weihnachten die bange Frage: „Muss ich meine Eltern zu Weihnachten einladen, dürfte ich es dieses Jahr einfach lassen?“. 

Was würde passieren, wenn wir uns trauen würden, unsere Eltern zu enttäuschen und wenn daraus sogar die Möglichkeit einer freien und authentischen Beziehung auf Augenhöhe zu Ihnen entstünde?

Mit den Eltern versöhnt zu sein, bedeutet übrigens nicht unbedingt immer eine gute Beziehung zu Ihnen zu haben, denn eine solche hängt ja von beiden Parteien ab und darauf haben wir nur bedingt Einfluss, schreibt Michael Bordt. 

Ich möchte gar nicht so viel verraten, das Buch ist unbedingt lesenswert. Ich selbst bin den Weg der Enttäuschung meiner Eltern schon vor Jahren gegangen. Daraus ist zum Glück eine wundervolle, warme und authentische Beziehung entstanden. Dafür habe ich mich aber unendlich abgemüht und bin durch ein tiefes Tal aus Schuld und Scham gegangen. Deshalb schenke ich dieses Buch zu Weihnachten meinen Töchtern, damit sie sich heute schon, als junge Frauen, trauen, uns Eltern zu enttäuschen.

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